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Son-Rise®

Anfang der 70er Jahre entwickelte die Familie Kaufmann für ihren damals 2-jährigen, schwer autistischen Sohn Raun auf der Grundlage des Options-Prozesses (eine spezielle Form des Sokratisches Dialoges) ein kindzentriertes Zu-Hause-Programm. Innerhalb von 3 Jahren gelang es der Familie, den Autismus des Sohnes zu überwinden. Heute zeigt Raun keinerlei Anzeichen mehr seiner früheren autistischen Verhaltensweisen. Nach abgeschlossenen Studium für biomedizinische Ethik an einer amerikanischen Eliteuniversität leitet er heute das Autismus Behandlungszentrum in Massachusetts (USA) und hilft Familien auf der ganzen Welt, ihre Kinder so zu unterstützen, wie es damals seine Eltern taten.

Gibt das Son-Rise® Garantien auf Heilung? Nein, es stellt einen Weg da, mit dem Eltern mit ihrem bis dahin vielleicht völlig unerreichbarem Kind in Kontakt treten können und ihm ihre Liebe zeigen können. Und das ist es, was bisher zahlreiche Kinder dazu gebracht hat, aus ihrem Dauerzustand der Überwältigung hinaus zu kommen und Motivation zu finden zu lernen, wie man Freunde macht.

Raun Kaufmann schreibt über das Programm: "Der Kern unseres Programms ist die Haltung im Hinblick auf ein autistisches Kind. Wir sehen das Kind als besonders an, und als jemanden, der dann auch Chancen hat auf eine weitere Entwicklung. Mit einer intensiven Begleitung, wobei man das Kind als Ausgangspunkt nimmt, kann man viel erreichen. Wir werden oft kritisiert, dass wir damit falsche Hoffnungen wecken. Aber wir haben nicht den Anspruch auf Heilung. Und falsche Hoffnungen wecken wollen wir nicht. Wir lehnen uns nur auf gegen den falschen Pessimismus, der oft bei einer Prognose für das autistische Kind entsteht."
Mehr Infos unter www.autismtreatmentcenter.org .

Das Son-Rise Programm® und Improvisationstheater

Als Christiane und Deniz Döhler von dem Programm erfuhren, übersetzten sie seine Grundzüge sofort in die Sprache des Improvisationstheaters. Für sie ein naheliegender Gedanke, aber entscheiden selbst, ob es für Sie auch so ist:

Das Programm findet in einem Spielraum statt, der extra für das Kind eingerichtet wird. In diesem Raum soll alles erlaubt sein, und es soll dem Kind Spass und Lebensfreude bereiten, sich darin aufzuhalten.
= Aha, das ist wohl ein „Au-Ja-Raum“

Hier spielt man dann mit dem Kind auf eine akzeptierende und wertungsfreie Art und Weise, d. h. wenn das Kind z. B. stundenlang Gegenstände dreht, akzeptiert man dies und macht sogar mit, flattert es mit Armen, flattert man auch, schaukelt es selber ununterbrochen hin und her tut man das auch. Dadurch, dass man als erstes die autistische Welt des Kindes betritt und dort das „Ja-Spiel“ mit ihm spielt, baut man eine Vertrauensbasis auf.
= Hmm - Impulse annehmen, akzeptieren und „Au-Ja“ spielen. Wieder vertrautes Terrain.

Ist die Vertrauensbasis etabliert werden die Spiele interaktiver, und je nach Herausforderung des Kindes liegt der Fokus auf Kommunikation, Interaktion, Blickkontakt oder Körperkontakt. Im 2. Schritt wird das Kind dann über die Energie, den Enthusiasmus und die Begeisterungsfähigkeit des Erwachsenen der mit ihm spielt motiviert, sich immer länger in unserer Welt aufzuhalten, sich mehr und mehr aus seiner autistischen Welt hinauszuwagen.
= Ha, Überakzeptieren, positiv bleiben und Handlung vorantreiben!

Die Spieleinheiten werden von den Eltern durch einen Observierungspiegel hindurch beobachtet, und der Erwachsene erhält am Ende seiner Sitzung mit dem Kind ein detailliertes Feedback. Was lief gut? Was kann man noch verbessern? Und natürlich wie kann man effektiver spielen / kommunizieren. Alle 14 Tage trifft man sich dann zum Training und zur Supervision mit allen Helfern und wertet die Ergebnisse gemeinsam aus, formuliert neue Ziele und sucht nach geeigneten Techniken und Spielen, um das Kind genau da abzuholen wo es gerade ist.
= Das klingt fast wie Vor- und Aufbereitung einer Vorstellung...

Viele Menschen fühlen sich zum Improtheater hingezogen aus dem selben Grund, aus dem Luka es schafft, in seinem Spielraum aus seiner Dauer-Überwältigung hinaus zu kommen: sie fühlen sich akzeptiert, gehört und merken, dass sie im Leben von anderen Menschen einen echten Unterschied machen können. Und dass dies einen unheimlichen Spaß macht!

Auch Lust bekommen, als Freiwilliger in einem Spielraum mit einem autistischen Kind zu spielen? Tritt mit uns in Kontakt.

Medien über das Son-Rise Programm®

Über das Son-Rise®-Programm wurden verschiedene Bücher geschrieben, ein Fernsehfilm und eine BBC-Dokumention produziert:

Ins Deutsche übersetzt

  • „Ein neuer Tag - wie wir unser Sorgenkind heilten“ beschreibt die ersten 4 Lebensjahre Raun Kaufmanns und die Entstehung des Son-Rise® Programms.

Englische Originale

  • „Son-Rise® - The Miracle Continues“ mit einem Vorwort von Raun Kaufmann selbst, damals 18 Jahre alt, erzählt seine Geschichte bis zum 18 Geburtstag und von 5 weiteren Fallbeispielen.
  • „A Miracle To Believe In“ beschreibt im Detail wie eine mexikanische Familie mit Hilfe der Kaufmanns ein Son-Rise®-Programm für ihren 5 jährigen Sohn auf die Beine stellen, inklusive aller Höhen und Tiefen. In einer Nebenrolle der damals 8 jährige bereits vollständig geheilte Raun Kaufmann.
  • „Son-Rise® - A Miracle Of Love“ - Preisgekrönter NBC-Fernsehfilm aus den 70er-Jahren, der die Geschichte Raun Kaufmanns und seiner Heilung vom Autismus durch die Bemühungen und unkonventionelle Herangehensweise seiner Eltern erzählt)
  • Neu in 2008: eine DVD in der Raun Kaufmann die Prinzipien und Techniken des Son-Rise®-Programms vorstellt

Alle Bücher kann man über Amazon oder direkt beim Institut bestellen, die Dokumentation wird vom Institut kostenlos versendet, den Fernsehfilm erhält man als Leihgabe gegen Übernahme der Portokosten beim Autism Treatment Center of America™.